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Danke Deutschland!
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Eine
schlanke, vietnamesische Frau geleitete Eva Wischnewski zum Mikrofon.
Später, beim Betrachten des Videos, das genau diesen Moment der
Festveranstaltung „Danke Deutschland“
(http://www.danke-deutschland.org/)
dokumentierte, versuchte Frau
Wischnewski mit einer Geste ihre Rührung zu verscheuchen. Vor über 30
Jahren verband die beiden Frauen ein gemeinsames Schicksal: Die deutsche
DRK-Mitarbeiterin hatte damals die Vietnamesin im Säuglingsalter
gewickelt.
Die Story der Boat People ist ein weiteres tragisches Kapitel in der vietnamesischen Geschichte. Vietnam geriet immer wieder in das Räderwerk großer internationaler Konflikte, wehrte sich gegen Frankreich und die USA und fand auch nach dem Kriegsende 1975 nur mühsam einen Neuanfang. Viele Vietnamesen, die im Kommunismus keine Zukunft sahen, flohen nach Europa, um unter anderem in Berlin (West) eine neue Heimat zu finden. Das Deutsche Rote Kreuz betrieb in dieser Zeit ca. 20 Heime für Flüchtlinge und Aussiedler in fast allen Stadtbezirken von Berlin (West). Die Einrichtungen boten den Flüchtlingen eine Unterkunft und stellten häufig den ersten Kontakt zur deutschen Bevölkerung dar. DRK Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wie Eva Wischnewski, Pham Ngoc Danh, Werner Lerch und Herr Lange vermittelten Wärme, Geborgenheit und ein Gefühl für die Werte der neuen Heimat. Die Südvietnamesen nahm diese Anregungen dankbar auf und revanchierten sich auf imposante Art und Weise: Viele der ehemaligen Boat People sind inzwischen angesehene Ärzte, Ingenieure, Manager und andere Stützen der deutschen Gesellschaft. „Ohne eure Offenheit, eure Anregungen, wären viele Biografien anderes verlaufen, denn jede Ursache hat eine Wirkung!" lächelte Ngo Ngoc Diep, Mitinitiator der Festveranstaltung „Danke Deutschland“. Wie gesagt, inzwischen sind über 30 Jahre vergangen, am 3.9.2011 ereignete sich die oben erwähnte Festveranstaltung und am 7.11.2011 bedankte sich das Organisationskomitee in den Räumen des DRKs noch einmal persönlich bei den deutschen Helfern und dem Deutschen Roten Kreuz für die humanitäre Betreuung in den Unterkünften und bei den Integrationskursen. Die ehemaligen Boat People setzten damit ein starkes Fanal. In einer Zeit, in der Interkulturelle Öffnung als neue Herausforderung verstanden wird, zeigt die DRK-Geschichte, dass auch schon vor Jahrzehnten das interkulturelle Miteinander der Völker selbstverständliches Prinzip der DRK-Tätigkeit war und natürlich weiterhin bleiben wird. |
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Letzte Aktualisierung:
12.12.2011