20.6.2009, Übung Teamwork 2009

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Gegen 15.00 Uhr reißt die Musik auseinander. Die letzten Akkorde versinken in einer Kakophonie aus Schreien, Gestöhne und ängstlichen Rufen. Das Licht fällt aus und im Halbdunkel wälzen sich Hunderte verletzter Zuschauer. Ganz plötzlich hat sich ein ausgelassenes Rockkonzert (Halle 25, Berliner Messegelände) in einen Ort des Grauens verwandelt. Sanitäter tasteten durch das Halbdunkel und Notarzt Dr. Frank Meritz (DRK Klinik Westend) versucht einen Überblick zu bekommen. Noch ist er der einzige Arzt vor Ort. Auch die anwesenden Sanitäter reichen nicht aus, von über 200 Verletzten hat der Arzt Kenntnis.

Wenig später trifft Verstärkung ein. Ein Konvoi aus Feuerwehr- und DRK-Fahrzeugen schiebt sich aufs Messegelände. Polizisten sichern die Unfallstelle ab und ein Teil der Rettungskräfte hilft beim Bergen der Verletzten. Andere Helfer errichten mehrere große Zelte. Es entstehen ein Behandlungs- und ein Betreuungsplatz.

Glücklicherweise handelt es sich bei dem Szenario nur um eine Übung. Erstmals trainieren in Berlin über 250 Einsatzkräfte mit 50 Einsatzfahrzeugen einen sehr großen Schadensfall. Die Übungslage am Samstag, dem 20. Juni 2009, simuliert eine Musikveranstaltung auf dem Berliner Messegelände. Es kommt zu Ausschreitungen und einer Massenpanik, in deren Folge über 200 Betroffene zu versorgen sind. Die Helfer stehen plötzlich vor mehreren Aufgaben: Die Medizinische Sichtung, die erste Behandlung und der schnelle Transport vital bedrohter Patienten müssen schnell und professionell realisiert werden.

„Das ist nicht immer einfach“, erläutert Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin des Berliner Roten Kreuzes, den anwesenden Journalisten. „Häufig werden die Helfer von den am lautesten schreienden Personen beansprucht. Doch das sind meistens keine Schwerverletzten. Dieses Beispiel beschreibt eins der Übungsziele: Die Helfer müssen Prioritäten setzen. Wem helfen sie zuerst?“

Das Berliner Rote Kreuz ist mit seiner Schnelleinsatzgruppe-Rettungsdienst, einem Behandlungsplatz, einem Betreuungsplatz, einer Verpflegungsgruppe, dem Suchdienst und dem Fernmeldedienst vor Ort. Das DRK setzt dabei die neue, von der DKLB-Stiftung finanzierte Ausstattung für einen Behandlungsplatz ein. Die Berliner Feuerwehr testet ihr Sichtungssystem zur Erkennung lebensbedrohlich Verletzter und die Berliner Polizei erprobt ihr System BePass, einen Auskunftsdatei zur Opfererfassung bei Großschadensereignissen.

Besondere Unterstützung kommt von Ralf Leickner, Sachgebietsleiter Technik der Messe Berlin, der diese Übung erst ermöglichte. Zusammen mit Übungsleiter Roland Ulbrich verfolgt er das Geschehen und freut sich, als die ersten RTWs die Messe in Richtung Charité (Klinikum Mitte und Klinikum Wedding) verlassen. Jetzt weiß er, dass die Übung wie geplant verläuft, die Rettungskräfte haben die Situation im Griff.

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Letzte Aktualisierung: 22.6.2009