Bericht zum Einsturz vom 30.08.2009
Verfasser: Andreas Grikowsky, Fachberater für das Rettungshundewesen im LV
Berliner Rotes Kreuz
Bilder: Andreas Grikowsky
Am Sonntag den 30.August 2009 ereignete sich gegen 18:25 sich in Teltow, Landkreis Potsdam/Mittelmark eine Gasexplosion in einem Einfamilienhaus nahe der Mahlower Straße. Im Zuge der Explosion kam es zum Teileinsturz eines Einfamilienhauses und zu Beschädigungen an den umstehenden Gebäuden und Bauwerken. Das Schadensobjekt wurde vor kurzem umgebaut. Im Dachgeschoß liefen Ausbauarbeiten. Das Haus war Vollunterkellert. Die Explosion fand im ausgebauten Keller statt und breitete sich sehr schnell auf das gesamte Gebäude aus. Durch ausströmendes Gas kam es im Anschluss zu kleineren Bränden die schnell, durch die um 18:30 Uhr eingetroffene Feuerwehr, gelöscht werden konnten. Im Zuge der Explosion kam es zu einer Druckwelle die erhebliche Schäden am Objekt verursachte. Folgende Schadensbereiche entstanden:
Fassade:
Durch die Druckwelle wurden im gesamten Haus alle Außenwände des Erdgeschosses aus dem Bauwerk gedrückt. Diverse tragende Wände wurden erheblich beschädigt und teilweise verdreht, womit die Statik des gesamten Gebäudes beeinträchtigt wurde und das Objekt einzustürzen drohte.
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Keller:
Im Bereich des Kellers wurden mehrere Räume vollständig beschädigt, wobei die Statik des Kellers erheblich beeinträchtigt wurde. Die Zwischendecke zum Erdgeschoß wurde zerstört und lag nun in Teilbereichen des Kellers, was die Absuche in diesem Bereich erheblich behinderte.
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Treppenhaus:
Das Treppenhaus vom Keller bis zum Dachgeschoß befand sich im Bauzustand, eine Bautreppe führte in die einzelnen Etagen, und wurde durch die freigesetzte Druckwelle vollständig zerstört, ein Begehen war somit ausgeschlossen.
Erdgeschoß:
Der Wohnbereich des Schadensobjektes lag über dem Kellerraum in dem vermutlich die die Explosion ausgelöst wurde. Sämtliche Möbel und die gesamte Innenausstattung lagen nun in Teilbereichen in diesem Kellerraum. Die Zwischendecke zum Obergeschoß bestand aus Stahlbeton und lag in einem Stück im vollständig zerstörten Wohnbereich. Das durch den Einsturz im Erdgeschoß nachrutschende Dachgeschoß lag nun ebenfalls in Teilbereichen im Erdgeschoß. Ein Drittel des Dachstuhls brach daraufhin ab und rutschte in die Tiefe, und blieb schräg zum Haus angelehnt an das Trümmerobjekt liegen. Die Küche und das im hinteren Bereich gelegene Badezimmer wiesen Beschädigungen auf. In beiden Räumen wurde jeweils die Außenwand durch die Druckwelle herausgedrückt. Durch diese "Druckentlastung" wurden diese beiden Bereiche beschädigt wären aber begehbar gewesen.
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Obergeschoß:
Das Obergeschoß wurde durch die Druckwelle erheblich beschädigt, wäre aber für Rettungshunde begehbar gewesen. Diese Suche wurde jedoch nicht durchgeführt, da alle Zimmer durch die Fenster mittels Drehleiter überprüft werden konnten. Es wurde schnell festgestellt, dass sich in diesem Bereich des Hauses keine Personen zum Zeitpunkt der Explosion befanden.
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Dachgeschoß:
Das Dachgeschoß war zum Zeitpunkt der Explosion im Ausbau befindlich. Neben großen Mengen Baumaterial befanden sich keine weiteren Möbelstücke im Dachgeschoß, die eine normale Nutzung als Wohnbereich vermuten ließen. Der Dachstuhl wurde durch den eingestürzten Bereich im Erdgeschoß vollständig beschädigt und stürzte in den ehemaligen Wohnbereich ab. Teile der Giebelwand wurden durch die Druckwelle nach außen verschoben. Hierdurch bestand während des gesamten Einsatzes die Gefahr, dass der Rest des Dachgeschosses einstürzt.
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Komplikationen:
Während des gesamten Einsatzes bestand höchste Einsturzgefahr für den Rest des noch stehenden Gebäudes. Erst gegen 21 Uhr war es möglich das Gebäude vollständig von den Versorgungsmedien wie Strom, Gas und Wasser zu trennen. Durch ausströmendes Gas brannte es die ganze Zeit über im Keller da es nur schwer möglich war, das Objekt von der Gasversorgung zu trennen. Zudem lief durch die abgerissenen Wasserleitungen die ganze Zeit über Wasser in den Keller.
Permanente Messungen des THW ergaben, das das Gebäude während des gesamten Einsatzes in Bewegung war, jede Entscheidung zur Suche nach evtl. Verschütteten musste abgewogen werden um keine Einsatzkräfte zu gefährden.
Einsatzauftrag Rettungshundestaffel:
Die Rettungshunde hatte anfänglich primär die Aufgabe im Randtrümmerbereich nach Verschütteten zu suchen, da ein begehen des Objektes aufgrund noch vorhandener Versorgungsmedien nicht möglich war.
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Im Anschluss daran wurden die Rettungshunde mittels einer Drehleiter in den herabgestürzten Bereich des Obergeschosses eingebracht, um im Zwischendeckenbereich nach evtl. verschütteten zu suchen. Zwei Rettungshunde schlugen in diesem Bereich unabhängig von einander an, es konnte aber keine Person im Objekt festgestellt bzw. gefunden werden. Auch das durch das THW eingebrachte BIO-Radar hatte positive Anzeigen an diesen Stellen. Bei der BIO-Radar Messung wird eine Messantenne auf die Trümmer gelegt und sendet in einem Meßbereich von ca. 8 Meter Tiefe und in einem Radius von ca. 120° Bewegungen wie sie beim Heben und Senken des Brustkorbes entstehen an einen Computer der diese Bewegungen dann in Form von Linien sichtbar macht. Auch diese Positiven Messungen konnten nicht bestätigt werden.
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Lagefilm:
| Explosion mit Teileinsturz | 18:25 Uhr |
| Eintreffen Feuerwehr Teltow an EST | 18:30 Uhr |
| Eintreffen Fachberater Rettungshunde und gleichzeitig Orgl für den | 18:35 Uhr |
| Landkreis Potsdam/Mittelmark | |
| Nachalarmierung Rettungshunde nach Rücksprache mit EL FW | 18:42 Uhr |
| Eintreffen Rettungshundestaffel | 19:40 Uhr |
| Einweisung in die Lage der Rettungshundestaffel in der TEL | 19:43 Uhr |
| Beginn erste Absuche auf den Randtrümmern | 19:51 Uhr |
| Erste Anzeige der Rettungshunde im Trümmerbereich der Zwischendecke | 20:43 Uhr |
| Zweite Anzeige der Rettungshunde im o.g. Bereich | 20:50 Uhr |
| Eintreffen THW FG Ortung | 21:42 Uhr |
| Messung des BIO Radar an der Stelle wo RHS anschlugen Beginnt | 23:25 Uhr |
| Messung mit positivem Erfolg durch BIO Radar beendet | 00:25 Uhr |
| Rettungshunde durch OrgL an EST entlassen | 00:38 Uhr |
| Freilegen von Trümmerbereichen per Hand durch FW und THW | 01:45 Uhr |
| Einsatzende für Rettungshundestaffel am Standort KV City | 03:00 Uhr |
Statistische Werte und Zahlen:
Die Rettungshundestaffel war insgesamt 8,5 Stunden im Einsatz
| Stärke: | 4-0-8 Gesamt: 12 EK mit 5 Rettungshunden /Trümmer |
|---|---|
| Versorgung: | Selbstversorgung und durch die Stadt Teltow |
| Fahrzeuge: | RK 1-10-1, RK 1-300, RK 1-310 |
| Führungskräfte: | RK 1-1-1, RK 1-300, RK 1-301 |
| Eigene Schäden: | keine |
| Leitung des Einsatzes: | FB LV Berlin in Zusammenarbeit mit RK-1-300 |
Einsatzbericht:
Andreas Grikowsky
Fachberater für das Rettungshundewesen im LV Berliner Rotes Kreuz
Org-Leiter LK Potsdam-Mittelmark
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