Beim Berliner Roten Kreuz e.V.

Erster Weltwärtsdurchgang im Berliner Roten Kreuz geht zu Ende   


Fotos anklicken für Originalgröße

Die drei Weltwärts-Freiwilligen des Berliner Roten Kreuzes, die mittlerweile 10 Monate in Argentinien sind und sich in sozialen Projekten engagieren, fangen an, Abschied vom Land und den Leuten zu nehmen und ihre letzten Wochen vor Ort zu planen. Im August/September 2010 machen sie sich wieder auf dem Weg nach Deutschland.

Was die drei jungen Frauen in den letzten Monaten vor Ort –vor allem in der Zeit der Fußball-WM- erlebt haben, können Sie in den folgenden Auszügen nachlesen.

„2010.  Argentinien im WM-Fieber.  An jeder Ecke kann man T-Shirts, Hüte, Flaggen, Tröten und noch vieles mehr kaufen, was ein Fan braucht. Ich habe zur Zeit mit meiner Zugehörigkeit zu kämpfen. Ich habe mich bis jetzt weder für Deutschland noch für Argentinien entschieden. Aber bei der argentinischen Mentalität muss man einfach mitfiebern, wenn die Nationalmannschaft auf dem Rasen ihr Bestes gibt. Wenn gespielt wird,  ist die Welt rings herum egal. Der Großteil der Menschen sitzt vor dem Fernseher. Die, die es nicht können, haben ein Radio dabei. Ich saß zum Spiel Argentinien  gegen Korea im Bus, auf dem Weg zur Arbeit. Eine Frau vor mit hatte Kopfhörer im Ohr und verfolgte das Spiel. Sobald ein Tor viel, wandte sie sich mir zu und berichtete sofort.  Die Nachricht breitete sich wie ein Lauffeuer im Bus aus. Diejenigen die nicht im Besitz eines mobilen Radios waren, erfuhren dann auch was gerade in Südafrika passiert. Jeder Passagier, der neu in den Bus einstieg,  fragte den Busfahrer gleich wie es stünde, da er seinerseits ein mobiles Radio dabei hatte. Als ich aus dem Bus ausstieg, stand es schon 2 zu 0 für Argentinien.

Zu meinem Zugehörigkeitsgefühl habe ich mir gedacht, solange Argentinien und Deutschland nicht gegeneinander spielen, fiebere ich für beide mit. Was aber passiert wenn sie sich doch begegnen sollten, oder wie die Menschen auf mich reagieren, wenn Argentinien vor Deutschland aussteigt, mag ich mir nicht ausmalen.

Ich werde die Zeit auf jeden Fall genießen und mitjubeln wenn Argentinien die Weltmeisterschaft gewinnt.“

„Seit Oktober letzten Jahres wohne und arbeite ich nun in Córdoba. Mittlerweile habe ich große Teile der Kultur Argentiniens akzeptiert und auch übernommen. Beispielsweise nicht alles zu planen, etwas ruhiger und relaxter den Tag zu beginnen, Mate zu trinken, auch mit unbekannten Leuten zu sprechen, spontan zu sein…

Ich arbeite seit Kurzem zusätzlich dreimal wöchentlich in einem Seniorenheim. Die Arbeit unterscheidet sich sehr von der im Behindertenheim. Aber sie macht mir Freude. Ich beginne stets um 9 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt frühstücken die Bewohner. Danach werden alle Räume durchgefegt und ich habe Zeit mich mit den Senioren zu beschäftigen. Oft setzen wir uns raus in die Sonne und unterhalten uns oder malen Mandalas aus. Ich habe mir viele Freizeitmöglichkeiten überlegt, diese mit ihnen besprochen und werde in den kommenden Wochen hoffentlich Freude damit verbreiten. Kommenden Mittwoch wollen wir Fußball spielen; ich werde an einem Tag Früchte, Criollos und Facturas (typische Gebäcke aus Argentinien) mitbringen und mit ihnen zusammen frühstücken. Ich habe auch vor mit den Senioren zu basteln und ab und zu die Tageszeitung zu lesen. Neulich habe ich Marta und Virginia (die weiblichen Bewohner des Hauses) die Fingernägel lackiert. Sie waren ganz aus dem Häuschen und man hat die Dankbarkeit gespürt, die mich natürlich glücklich macht. Gegen 11 Uhr wird dann Mittag vorbereitet, was mir eigentlich immer sehr gut schmeckt. Gegen 13.30 endet mein Dienst.

Im Casa 6 macht mir die Arbeit weiterhin Spaß. Ich habe den Kontakt zu einigen Bewohnern intensiviert, besonders zu Silvia, die psychischen Probleme hat, zur Zeit schwanger ist und jemanden zum Reden braucht. Ich kümmere mich oft um Luli, einen kleinen Welpen, den Rosa, eine Bewohnerin vor zwei Monaten geschenkt bekommen hat. Mit den Behinderten zusammen bastele ich oft oder helfe beim Mittagessen.“

„Die Zeit verfliegt und auf einmal habe ich nur noch zwei Monate, bis es wieder nach Hause nach Berlin geht.
Auf Arbeit ist nicht viel passiert. Meine Aufgaben sind die Selben. Es kommen und gehen Bewohner und alle freuen sich, über Abwechslung durch Malen, Basteln, Kartenspiele, Sport oder auch einfach nur Gespräche.
Außerhalb der Arbeit passiert dafür umso mehr. Ende März hatte ich ein tolles, reflektierendes Zwischenseminar in Mendoza zusammen mit sechs anderen Weltwärts- Freiwilligen. Wir haben uns über Probleme, kulturelle Unterschiede und natürlich auch positive Erfahrungen ausgetauscht. Es tat gut zu hören, dass man nicht alleine ist und andere Volontäre ähnliche oder die gleichen Probleme haben. Wir haben Lösungen gesucht und gefunden und so kam es unter Anderem zum Umzug.

„Ich merke deutlich, dass sich mein Jahr hier dem Ende zuneigt, andere Volontäre fahren nach Hause, mit Bekannten und Freunden hier spreche ich auch öfter darüber und beim Skypen wird  auch immer wieder festgestellt, dass es gar nicht mehr lange dauert, bis mich Familie und Freunde endlich wiederhaben.“

Auf schöne letzte 6 Wochen!


Ansprechpartnerin für Weltwärts:
DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz e.V.
Angela Kernke
Bachestraße 11
12161 Berlin

Telefon: (0049)-(0)30-85005-344
Mail

 


Diese Seite unterliegt dem Copyright des Landesverbandes Berliner Rotes Kreuz e.V.
Bachestr. 11 - 12161 Berlin - Deutschland
Verantwortlich für Inhalt und Gestaltung: Der Landesgeschäftsführer  drk@drk-berlin.de
Letzte Aktualisierung: 23.07.2010