Nach langen Vorbereitungen und zähen Verhandlungen konnten sich die Delegationen aus den benachbarten und seit fünf Jahren im Krieg befindlichen Länder Ratikar und Libaso einigen: Am 10.02.2008 um 11.20 Uhr gelang ein Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien!
Die nächste Zeit wird nun geprägt sein durch weitere Verhandlungen, um letztlich den von beiden Seiten angestrebten Friedensvertrag unterschreiben zu können. Vorher müssen hier jedoch noch einige Hürden genommen werden. So bedarf es einer Einigung über die Höhe der Zölle in der Hafenstadt Debre, die von Libaso an Ratikar berechnet werden. Ebenso gibt es unterschiedliche Standpunkte in der Nutzung der Bodenschätze im Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern und der vollständigen Anerkennung der Souveränität von Libaso.
Nach der zweitätigen Zusammenkunft am letzten Wochenende geben unabhängige Organisationen wie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) und die UNO, deren Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten an der Tagung teilnahmen, den Friedensverhandlungen gute Chancen.
So kann man die offiziellen Ergebnisse des Planspiels zum humanitären Völkerrecht Outface zusammenfassen, welches von TeilnehmerInnen des Berliner Jugendrotkreuzes am Wochenende 09. / 10. Februar 2008 gespielt wurde. Der erste Tag war insbesondere dadurch geprägt, sich in die Situation und in die eigene Rolle – es waren Delegationen aus den Konfliktparteien Libaso und Ratikar, aus Deutschland, vom IKRK, der UN-Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten und die Presse anwesend – einzufinden. Erst am zweiten Tag ging es dann in die Interaktion, in der verhandelt und nach Lösungen gesucht wurde.
Die TeilnehmerInnen äußerten sich durchweg positiv über die Möglichkeit, auf diese Weise an ein so trocken anmutendes und komplexes Thema wie das humnanitäre Völkerrecht herangeführt zu werden. Trotz vieler Stolpersteine, die das erstmalige Testen des Spieles mit sich brachte und die als Erfahrung bei weiteren Versuchen in Veränderungen einfließen werden, gab es so ein positives Feedback.