
Fotos anklicken für Originalgröße





 |
Es ist eines der größten Volksfeste der Welt: das Oktoberfest im München.
Oft einfach nur „Wiesn“ genannt, findet es in diesem Jahr vom 17. September
bis zum 3. Oktober statt. Im vergangenen Jahr strömten 6,4 Millionen
Besucher aus aller Welt nach München, um dort zu feiern.
Den Sanitätsdienst leistet dabei das Bayerische Rote Kreuz, das am
Eröffnungstag, dem 17.9.11, mit 130 ehrenamtlichen Helfern und 13 Ärzten im
Einsatz war. Zum mittlerweile dritten Mal mit dabei waren auch Helferinnen
und Helfer des DRK-Kreisverbandes Berlin-City e.V., die ihren bayrischen
Kameradinnen und Kameraden tatkräftig zur Seite standen. Vier Einsatzkräfte
bildeten dabei einen Tragetrupp, zwei weitere waren in den Bereichen
Überwachung und Behandlung tätig.
„Im Servicezentrum Theresienwiese gleicht die Arbeit sehr stark jener in der
Notaufnahme eines Krankenhauses“, erklärt Jacob Molte, Helfer in der
Bereitschaft Mitte, der mittlerweile zum zweiten Mal dabei war. „Der
Tragetrupp entspricht eher dem Rettungsdienst, auch wenn man nicht mit dem
Auto sondern zu Fuß unterwegs ist.“ Tatsächlich hat sich der Einsatz einer
Fahrtrage als Rettungsmittel bewährt, denn der Rettungswagen benötigt für
die Fahrt über das Festgelände oftmals sehr viel länger.
Nach einem noch ruhigen Vormittag hieß es kurz nach dem Mittagessen zum
ersten Mal: „Einsatz für Trage 10“. Fortan war es mit der Langeweile vorbei,
und das Team an der Trage kam auf 16 Transporte und einige kleinere
Behandlungen vor Ort. „Das Einsatzspektrum ist viel größer als man gemeinhin
annimmt“, so Timo-Christian Heger, der ebenfalls der Bereitschaft Mitte
angehört und zum ersten Mal überhaupt auf der Wiesn war. „Neben
Intoxikationen hatten wir auch diverse chirurgische Notfälle,
Kreislaufprobleme und einen psychiatrischen Notfall zu versorgen.“
Unter den Patienten befand sich auch eine Berlinerin, die sich besonders
freute, fern der Heimat auf Angehörte des Berliner Roten Kreuzes zu stoßen.
„Nach Hause bringen wir sie aber nicht!“, scherzten die Helfer mit der
Patientin, der es nach einer Magenverstimmung erfreulicherweise zunehmend
besser ging.
Auch die im Servicezentrum eingesetzten Helfer hatten alle Hände voll zu
tun, waren die Patientenzahlen doch höher als im Vorjahr. Zum Abend wurde es
etwas ruhiger, da zum Teil heftiger Regen fiel, was der Stimmung in den
Festzelten zwar keinen Abbruch tat, der Trage 10 wie auch allen anderen
Tragetrupps aber eine ordentliche Dusche bescherte.
„Wir freuen uns, dass wir von der Bereitschaft Zentral 1 und der
Bereitschaft Deisenhofen, in deren Bereitschaftsheim wir übernachten
durften, erneut so freundlich aufgenommen wurden”, zeigte sich Patrick
Wagner, stellvertretender Leiter der Bereitschaft Mitte begeistert.
Besonders stolz macht Wagner in diesem Zusammenhang, dass die
vertrauensvolle und enge Kooperation mit dem Münchner Roten Kreuz
mittlerweile schon auf ein langjähriges Bestehen zurückblicken kann. „Es
versteht sich da von selbst, dass wir umgekehrt auch unsere Münchner
Kameradinnen und Kameraden zu uns nach Berlin einladen!“
Ob zum ersten oder zum dritten Mal dabei, für alle ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer war der erste Oktoberfesttag erneut ein großes
Highlight. Neben zahlreichen Einblicken in die medizinische Tätigkeit auf
dem Oktoberfest konnten auch Eindrücke einer zuweilen ganz anderen
Arbeitskultur gewonnen werden. Und so sind sich alle Berliner einig: Wir
freuen uns schon auf das nächste Jahr!
|