zum zweiten Bericht mit Bildern zum Einsatz
Die sofort hiervon unterrichteten Einsatzleitdienste ließen die Staffel Berlin - City, Reinickendorf und Neukölln - Treptow alarmieren.
Da zu diesem Zeitpunkt noch fast alle Staffelmitglieder zu Hause waren, konnte um 6:45 Uhr vom Einsatzleiter Rettungshunde an die Einsatzstelle weitergeleitet werden, daß bereits drei Rettungshundeteams auf dem Weg zur Einsatzstelle sind und weitere acht Teams nachrücken. Hierunter auch drei Teams der Rettungshundestaffel aus Forst Landkreis Spree-Neiße / Brandenburg. Zu dieser Einheit hatte der Einsatzleiter sofort Kontakt aufgenommen und diese mitalarmiert.
Um 7:02 Uhr befanden sich die ersten drei Teams an der angegebenen Einsatzstelle, wurden von der Berliner Feuerwehr eingewiesen und in das Trümmergebiet entlassen. Nach Beendigung der ersten Trümmerabsuche um 7:20 Uhr konnte dem Einsatzleiter der Feuerwehr eine Person im unteren Teil des eingestürzten Hauses angezeigt werden, zwei weitere Stellen, wo Personen verschüttet liegen ebenfalls benannt werden. Nach den sofort eingeleiteten Such- und Beräummaßnahmen, konnte um 10:30 Uhr die zuerst angezeigte Person lebend aus den Trümmern gerettet werden. Diese hatte bei Eintreffen der Feuerwehr durch lautes Rufen auf sich aufmerksam gemacht. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Rettungshundeteams, auch die Forster Staffel an der Einsatzstelle eingetroffen. Im Tagesverlauf wurden die Rettungshunde immer wieder auf den Trümmerkegel geschickt, um weitere vermißte Personen zu suchen. Es wurde auf die bereits benannten Stellen im Trümmerkegel verwiesen, wo die Rettungshunde den ganzen Tag über ein Anzeigeverhalten zeigten, ohne die Personen eindeutig zu verbellen. Dies war, wie sich später bestätigte, darauf zurückzuführen, daß beim späteren Auffinden der Personen der zunächst geäußerte Verdacht Wirklichkeit wurde, die Personen waren zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon nicht mehr am Leben.
Rettungshunde können, wenn sie lange Jahre in der Rettungshundearbeit tätig sind, den Unterschied zwischen Lebenden und Toten wittern und zeigen dies dem Hundeführer entsprechend an. Da man aber nie ganz sicher sein kann, muß der Hundeführer seinen Hund richtig lesen können, um diese Hinweise zu verstehen. Der Einsatz von zusätzlichen Ortungsgeräten des THW, die nach den Rettungshunden evtl. Lebenszeichen an einer der angezeigten Stellen orten sollten, stellte jedoch LEBEN fest und ließ uns alle erschrecken, konnten wir uns doch bisher immer auf unsere Hunde verlassen. Nie gab es falsche Anzeigen, nicht in Neuruppin, nicht in Genthin, nicht am Rathenauplatz und auch nicht in der Pettenkoferstr. Wie sich erst am nächsten Morgen zeigte, hatten unsere Hunde richtig gearbeitet, die neuentwickelte, zigtausendmarkteure Technik hatte nicht etwa Lebenszeichen eines Menschen aufgenommen, sondern die eines Hundes. Da Rettungshunde aber nur Menschen und keine Haustiere anzeigen, haben sie die Witterung des Tieres zwar bekommen, aber richtigerweise nicht angezeigt. Im Verlauf des Einsatzes mußten die Helfer insgesamt sieben Personen tot aus den Trümmern bergen, unter ihnen ein 13 jähriges Kind. Die Suche nach evtl. Überlebenden dieses schweren Unglücks erstreckte sich über zwei Tage. Die ersten Einheiten waren nur 30 min nach der Alarmierung am Unglücksort und konnten dort ihre Arbeit aufnehmen. Es war der siebte Berliner und neunte Trümmersucheinsatz der Rettungshundestaffel Berlin - City in den vergangenen vier Jahren, wovon fünf Einsätze nach Gasexplosionen notwendig waren.
Es waren im Einsatz:| Rettungshundestaffel Berlin - City | 8 Rettungshundeteams | 6 Helfer | 2 Führer | |
| Rettungshundestaffel Reinickendorf | l Führer | |||
| Rettungshundestaffel Forst / BRB | 3 Rettungshundeteams | 2 Helfer | ||
| Verpflegungseinheit Rettungshunde zur Helferverpflegung | 2 Helfer | |||
| Notarzt | l Führer | |||
| Einsatzleitwagen RK 7/91 | l Funker | |||
| Führungsfahrzeug 7 / 42 zur Zuführung von Rettungshundeteams | ||||
| Führungsfahrzeug 7 / 43 zur Zuführung von Rettungshundeteams | ||||
| Krankenkraftwagen 7/24 zur Sicherstellung | 2 Führer | |||
| Einsatzzeiten: | 4.8.1998 | 6:30 Uhr bis 04:00 Uhr | Gesamt: 21,5 Stunden |
| Einsatzzeiten: | 5.8.1998 | 9:00 Uhr bis 20:30 Uhr | Gesamt: 11,5 Stunden |
| Zusätzliche Richtzeiten in der Unterkunft pro Tag 1,5 Std. | Gesamt: 3,0 Stunden | ||
| Gesamteinsatzstunden: | 36,0 Stunden | ||
Es ist sehr wichtig für die gesamte Rettungshundearbeit, daß sich auch hier wieder einmal gezeigt hat, wie zwingend erforderlich die Vorhaltung von Rettungshundestaffeln ist, da sie wie auch diesmal deutlich zu sehen war durch keine Technik der Welt, auch nicht durch extra eingeflogene, zu ersetzen ist.
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