In Kahla Nähe Elsterwerder wurde seit dem 24.09.2001 gegen 11:00 Uhr ein
ca 65. jähriger Mann als vermißt gemeldet, der im Wald Pilze suchen
wollte.
Der Gesuchte entfernte sich mit dem Fahrrad von seinem Wohnort mit
unbekanntem Ziel und kehrte nicht mehr zurück. Aus Sorge, dass ihm etwas
zugestoßen sein könnte, informierte die Ehefrau am 24.09.2001 gegen Mittag
die Polizei vom Verschwinden des Mannes.
Zunächst gestaltete sich der Einsatzaufbau schwierig, da sowohl die Frau
als auch der Gesuchte psychische Defizite aufwiesen und somit eine Zuarbeit
aus dem engeren Familienkreis ausschied.
Trotz des Alters des Mannes erfreute sich dieser guter Gesundheit und
einer sehr guten Kondition. Die eingeleitete Suche im zunächst näheren
Umfeld der Wohnung des Gesuchten erwies sich als nicht erfolgreich, sodass
die suche auf die benachbarten Waldflächen ausgedehnt wurde. Mit mehreren
Polizeibeamten wurde in Polizeiüblicher Weise per Menschenkette
systematisch der Wald durchsucht, die Suche jedoch letztendlich wegen der
einbrechenden Dunkelheit abgebrochen.
Am nächsten Tag, am 25.09.2001 wurde die Suche mit einer Vielzahl an
Beamten wieder aufgenommen und durch weitere Kräfte unterstützt.
Der Gesuchte, der die Nacht bei ca. 7° C im Freien zugebracht hatte, war
jedoch bis zum Mittag nicht auffindbar. Da es zudem auch noch stark
regnete, musste man schon jetzt davon ausgehen, dass der Gesuchte an
deutlicher Unterkühlung zu leiden hatte und ein Auffinden dringend
notwendig war, um ernstere gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Das
Polizeipräsidium Cottbus entschied sich gegen 12:30 Uhr, die Rettungshunde
der AG Rettungshundestaffel-Ost, einer in Deutschland einzigartigen
Großarbeitsgemeinschaft von Rettungshundeführenden Vereinen und
Organisationen, in diese Vermißtensuche mit einzubeziehen, da man schon
öfters gemeinsam Einsäzte bestritten hatte. Es gelang der Einsatzleiterin
Frau S.Stahn in nur 2,5 Stunden insgesamt 13 Rettungshundeführer aus
unterschiedlichen Bereichen an die Einsatzstelle heranzuführen, die sich
sofort auf die Suche nach dem Vermißten machten. Durch geschicktes
Aufteilen der einzelnen Staffeln auf unterschiedliche Wald- und Flurstücke
konnte schnell eine entsprechende Fläche abgesucht werden.
Als auch diese Suche von der Polizei ergebnislos abgebrochen wurde,
entschieden sich die Rettungshundeführer jedoch einzelne Teilbereiche
zusätzlich abzusuchen, was letztendlich auch noch zum Erfolg und somit zum
glücklichen Ausgang dieser Suche führte. Der Gesuchte konnte in einem
Waldstück aufgefunden werden, das am Vormittag von einem Großaufgebot der
Polizei durchkämt worden war. Diese hatten den Gesuchten jedoch nicht
gefunden.
Wie wichtig das Auffinden für den Gesuchten war, stellte sich schnell
heraus, da das mitgeführte Rettungsdienstpersonal sofort entsprechende
Maßnahmen einleitete. Der Aufgefundene war völlig durchnäßt, stark
unterkühlt und unterzuckert. Nach entsprechender Erstversorgung konnte
dieser stabilisiert dem alarmierten Notarzt übergeben werden.
Diesen Einsatz begleiteten:
Rettungshundestaffel Forst DRK-Brandenburg
Rettungshundestaffel Leipzig DRK-Sachsen
Rettungshundestaffel Torgau DRK-Sachsen
Rettungshundestaffel Sachsen Ost Bundesverband für das Rettungshundewesen
Rettungshundestaffel Berlin-City LV Berliner Rotes Kreuz
Versorgungseinheit Berlin-City LV Berliner Rotes Kreuz
Zentralbereitschaft Fernmeldedienst LV Berliner Rotes Kreuz
Es kamen über 40 Helferinnen und Helfer zum Einsatz
Einsatzdauer 5,5 Stunden zzgl. An- und Abfahrt
Bei diesem Einsatz wurde wieder einmal deutlich, wie wichtig ein
harmonisches Zusammenspielen unterschiedlichster Staffeln und
Organisationen ist, um gemeinsam Menschenleben zu retten.
Keine der beteiligten Staffeln hätte diesen Einsatz alleine leisten
können, da hierfür das Suchgebiet zu groß war, nur durch das positive
Zusammenwirken der beteiligten Staffelleiter untereinander konnte wieder
einmal ein Menschenleben gerettet werden, das sicherlich die nächste Nacht
nicht ohne erhebliche gesundheitliche Schäden überstanden hätte.
Für die gezeigte Einsatzbereitschaft bedanken sich :
| Jürgen Sommer |
Ansprechpartner Süd der AG Rettungshundestaffeln Ost |
| Andreas Grikowsky |
Ansprechpartner Nord der AG Rettungshundestaffeln Ost |
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