Rettungshunde suchten Vermißte,
Technik half beim Auffinden.
Rettungshundeeinsatz vom 17.10.2001
Großeinsatz von Berliner Polizei,
Brandenburger Polizei, Feuerwehr und Rettungshunden
Am frühen Mittwochabend meldete sich
gegen 20:00 Uhr bei der Berliner Polizei eine Frau über den
Notruf 110 und gab an, sich in Falkensee verlaufen zu haben. da
sie keine ausreichende Ortskunde besitze, bittet sie um Hilfe. Im
Zuge der polizeilichen Ermittlungen gab es immer wieder
telefonischen Kontakt, doch plötzlich wendete sich das Bild. Die
Frau gab auf einmal an, aus dem Leben scheiden zu wollen und
hinterließ diesbezüglich auch einen Abschiedsbrief in ihrer Wohnung.
Aus den vorangegangenen Telefonaten wußte die Polizei, dass sich
in Begleitung der Frau zwei Kinder befanden, die sie - ebenfalls
mit einem Tabletten-Cocktail versehen - mit in den Tod nehmen
wolle. Um ca. 21:50 Uhr erhielten wir den Hinweis auf diese
Vermißtensuche und meldeten uns bei der Berliner Polizei, die diesen
Einsatz bearbeitete, obwohl das Suchgebiet in Brandenburg lag.
Gegen 22:35 Uhr wurde die Feuerwehr Falkensee zur Ausleuchtung und
Absuche von Waldgebieten alarmiert. Hier zeichnete sich bereits ab,
daß der Einsatz von Rettungshunden, der von der Polizei um
21:55 Uhr abgelehnt wurde, doch erforderlich war. Ich entsandte
aus diesem Grunde einen in Falkensee wohnenden Rettungshundeführer
zur Einsatzstelle und bat diesen den möglichen Einsatz von Rettungshunden
des DRK zu prüfen.
Nach Kontaktaufnahme mit der bereits
gegründeten Gesamteinsatzleitung bestätigte sich unsere Vermutung.
Durch einen erneuten Anruf bei der Berliner Polizei und der
erbetenen Anforderung von Rettungshundeführern informierten wir
den Landesverband Brandenburg von dieser Einsatzanforderung und
teilten mit, dass wir unsere Rettungshundeführer entsenden
werden. In einem kurzen Telefonat mit dem Staffelleiter der DRK Staffel
Havelland teilten wir mit, daß wir diese Einsatzstelle mit
Rettungshundeführern beschicken werden. Herr Schirmer informierte
uns, daß er diese Einsatzanforderung über die Polizei Oranienburg
erhalten habe und bereits seine Staffel alarmiert hat.
Ferner wurde durch uns die Bitte geäußert,
eine Funkpeilung des Handy´s der Vermißten zu beantragen. Im
vorangegangenen Einsatzverlauf hatte sich herausgestellt, dass es
sich bei der Frau um eine geistig Verwirrte handelte, die
mittlerweile mit ihrem Psychiater in telefonischem Kontakt stehen
würde, Telefonate zur Polizei jedoch nicht mehr stattfinden würden.
Gegen 23:40 Uhr rief die Frau wieder bei
der Polizei an und teilte mit, dass ihr 10 Monate altes Kind keine
Atmung mehr hätte und sich ihre Situation deutlich verschlimmert
hätte.
Die Funkpeilung erwies sich als äußerst
schwierig, in Telefonaten in 30 minütigem Rhythmus
informierte mich die Mordkommision aber immer über den aktuellen
Stand. Ein Staatsanwalt stimmte gegen 01:00 Uhr der Funkpeilung
zu.
Aufgrund der angestrebten Funkpeilung
konnten die Frau und ihre Kinder unversehrt gegen 03:00 Uhr
aufgefunden werden. Sie befand sich wie anfänglich von uns
vermutet nicht im Suchgebiet, sondern direkt in Falkensee.
Es handelte sich hierbei um eine
psychisch behaftete Inszenierung der Gesuchten, die keine Gewalt
gegenüber den Kindern zur Folge hatte.
Andreas Grikowsky
Den Einsatz begleiteten:
- Polizei Brandenburg
- Polizei Berlin, DIR 2
- FF Falkensee
- DRK Rettungshundestaffel Havelland = alarmiert durch
Polizei Oranienburg
- DRK Rettungshundestaffel City = alarmiert durch
Berliner Polizei
- ASB Berlin = alarmiert durch Hr. Schirmer / DRK
Brandenburg
- mehrere Fernsehteams SAT 1, tv Berlin, Fernsehen RTC
Einsatzbeginn gegen 22:50 Uhr
Einsatzende gegen 04:00 Uhr
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