Gegen 16:00 erreichte die
Infostelle Leipzig, die nach wie vor als Info- und Koordinierungsstelle
arbeitet, der Hilferuf der Polizei in Eberswalde. Ein 64 jähriger Mann, der
sich nur noch im Rollstuhl vorwärts bewegen kann, wurde um 14:30 von der
Heimleitung seines Pflegeheims seit ca. 12 Uhr als vermißt gemeldet. Eine
erste Absuche, die durch die örtliche Polizeibehörde sofort eingeleitet wurde,
blieb erfolglos. Auch die zusätzlich alarmierte Orts-Feuerwehr konnte den
Mann nicht auffinden. Ein Hubschrauber suchte ebenfalls ca. 3 Stunden nach
diesem Mann.
Die Rettungshundestaffeln der AG Rettungshundestaffeln Ost wurden um
Unterstützung gebeten und kamen zahlreich, um den Einsatz zu unterstützen.
Trotz intensiver Nachfragen bei der Feuerwehr und der Polizei konnten nur
recht schwammige Angaben zur Person gemacht werden, das Klinikgelände jedoch
sei einmal auf den Kopf gestellt worden, da der Gesuchte hier vermutet
wurde. Nachdem die ersten vier Staffeln die Einsatzstelle erreicht hatten,
wurde unter Einbeziehung der bisher erfolgten Maßnahmen die
Einsatzstelle in zwei Bereiche geteilt.
Das erste Gebiet, ein Waldgebiet mit angeschlossenem See und einem Friedhof
wurde ausgewählt, da es sich um ein beliebtes Ausflugsgebiet handelt und hier
der Vermißte von der Polizei vermutet wurde.
Das zweite Gebiet wurde gegen den Willen der Polizei als das Abgangsgelände
des Vermißten deklariert, da sich der Einsatzleiter der Rettungshundestaffel
zusätzliche Informationen einholte, die gegen die bisher erfolgten
Suchmaßnahmen ausserhalb des Klinikgeländes sprachen:
| - | der Gesuchte hatte im Vorfeld noch nie unerlaubt das
Klinikgelände verlassen, obwohl er schon viele Jahre hier lebte |
| - | der Gesuchte hat nur noch ein Auge, verliert schnell
die Orientierung und kann nur noch auf einem Auge sehen |
| - | der Gesuchte konnte sich in seinem Rollstuhl nur
durch "Tippelschritte" fortbewegen, er hätte also von Bekanntwerden
bis Einleitung der ersten Suchmaßnahmen keine großen Entfernungen
zurücklegen können |
| - | eine Nachfrage bei der örtlichen Busverwaltung blieb
ohne Erfolg |
| - | keine Einweisung in benachbarte Unfallkrankenhäuser |
Die bereits eingetroffenen Staffeln wurden geteilt, zwei Staffeln sollten
im benachbarten Waldgebiet einschließlich des Sees suchen. Zwei weitere
Staffeln begannen sofort mit der Absuche auf dem Klinikgelände. Zwei weitere
Staffeln befanden sich noch auf der Anfahrt, von der nur noch eine die
Einsatzstelle erreichten, da nur kurz nach Aufnahme der Suche im
Klinikgelände die Person tatsächlich in einem Nebengebäude festgestellt
werden konnte. Er hatte sich aus Angst vor einer Verlegung in eine andere
Klinik im Keller eingeschlossen und verschanzt, stapelte diverse Kartons
mit Pappe um sich herum und spielte bei seinem Entdecken mit einem
Feuerzeug.
Die schnelle Alarmierung der Infostelle und einer somit schnell
funktionierenden Alarmierungskette der einzelnen Staffeln sorgte in diesem
Fall für einen schnellen Ausgang dieser Vermißtensuche.
Sowohl die Feuerwehr als auch die Polizei bedauerten diesen Ausgang
dahingehend, daß wenn die primär eingesetzten Kräfte ordentlicher gesucht
hätten, dieser Fall nie diese Größenordnung hätte bekommen müssen.
Auf nähere Befragung der Einsatzkräfte stellte sich heraus, da man die
Keller außer acht gelassen hatte. Da die Rettungshundeführer den
Einsatzauftrag hatten alle Gebäude abzusuchen, konnte dieser Fall schnell
gelöst werden.
Die Einsatzkräfte der Rettungshundestaffel Spree-Neiße leisteten nach
Auffinden im Kellerversteck sofort Erste Hilfe und führten dem Gesuchten
einem Arzt zu.
| Einsatzbeginn: |
16:29 |
Anfrage der Polizei in Leipzig ob Rettungshunde verfügbar wären |
| Einsatzannahme: |
17:05 |
Einsatzabsprache mit der Polizei und Alarmierung der Staffel JUH Eberswalde
zur Erkundung und Kontaktaufnahme vor Ort mit anschließender
Alarmierung der Staffeln |
| Suchbeginn: |
19:20 |
Uhr |
| Suchende: |
19:40 |
Uhr |
| Einsatzende: |
20:15 |
Uhr |
| Eigesetzte Staffeln: |
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2 x DRK Brandenburg
1 x DRK Berlin
1 x BRH Sachsen Ost
1 x DLRG Halle
1 x JUH Brandenburg |
| Einsatzkräfte: |
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Gesamtkräfte aller am Einsatz beteiligten beziffert sich auf
73 Einsatzkräfte, davon 24 Hundeführer |
| Helferversorgung: |
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DRK LV Berliner Rotes Kreuz |
| Einsatzleitung: |
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JUH Eberswalde in Zusammenarbeit mit DRK LV Berliner Rotes Kreuz |
| Fernmeldedienst: |
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ZB Fernmeldedienst des DRK LV Berliner Rotes Kreuz |
Ich möchte Sie auf diesem Wege bitten, Ihren Einsatzkräften in meinem Namen
zu danken, nur durch ihren schnellen Einsatz, hohe Motivation und einer
entsprechenden Ausbildung ist es möglich, derartige Einsätze zu bestreiten,
es spielt dann auch keine Rolle mehr, ob es sich um einen normalen Werktag
handelt oder, wie im vorliegenden Fall, um einen Feiertag.
Andreas Grikowsky
DRK LV Berliner Rotes Kreuz
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