Bericht zum Rettungshunde-Einsatz am 28.10.2003

Einsatzgrund:

Am 28.10.03 wurde eine 87-jährige Dame, die in einem Wohnheim wohnhaft war, vermisst. Die Person wurde zum letzten Mal um ca.15:00 zum Kaffeetrinken mit ihrem Sohn im Wohnheim gesehen. Um 18:00 bemerkte man das Fehlen dieser Heimbewohnerin und informierte die Polizei. Diese durchsuchte das Heim sowie die nähere Umgebung des Heimes. Zur Unterstützung wurde ein Hubschrauber mit Wärmebildkamara hinzugezogen. Nachdem alle Bemühungen zu keinen Erfolg geführt haben, wurde gegen 21:00 die Rettungshundestaffel des DRK Berlin vom zuständigen Polizeiabschnitt Oranienburg alarmiert.

Alarmierung:

Auf Grund der gegebenen Wetterlage und Temperatur mit Nachtfrost, wurde von uns sofort die Alarmierung unserer Staffel sowie die Information an den Landesverband Brandenburg in die Wege geleitet. Da Aufgrund der Temperatur davon auszugehen war, daß die Person schnell unterkühlt, beschlossen wir noch zusätzlich den BRH-Berlin mit zu alarmieren um mehrere einsatzfähige Teams zur Verfügung zu haben. Aus Brandenburg wurde mitgeteilt, daß die Staffeln Havelland und Fläming-Spreewald sich an diesem Einsatz beteiligen werden.

Alarmierte und gemeldete Kräfte:

Aus der Rettungshundestaffel DRK Berlin City e.V. wurden eingesetzt:
1 Einsatzleiter, 2 Gruppenführer, 6 Hundeteams, 5 Helfer, 2 Fernmelder, 3 Helfer für die Verpflegung

Aus der Rettungshundestaffel DRK Fläming-Spreewald wurden eingesetzt:
1 Hundeteam, 2 Helfer

Aus dem BRH - Berlin wurden eingesetzt:
3 Hundeteams, 2 Helfer

Aus der Rettungshundestaffel DRK Havelland wurden eingesetzt:
1 Einsatzleiter, 6 Hundeteams, 1 Fernmelder

Einsatzauftrag und Durchführung:

Die alarmierten Kräfte trafen alle gegen 22:30 an dem Sammelpunkt an der Polizeiwache in Henningsdorf ein. Die Einsatzkräfte wurden von den Einsatzleitern über die Lage und Situation aufgeklärt und es wurde Kartenmaterial verteilt. Aufgabe war es, sämtliche Wald bzw. Wiesenflächen im näheren Bereich der Wohnanlage abzusuchen. Das Suchgebiet wurde je nach Größe des Gebietes und der gemeldeten Stärke der Staffeln aufgeteilt. Da Havelland 6 Hundeteams meldete, erhielt diese Staffel ein recht großes Waldgebiet oberhalb der Wohnanlage zugeteilt. Der BRH wurde westlich der Wohnanlage angesetzt, wo sich Wald- und Wiesengebiete befanden. Nach Absuche des Gebietes sollte eine Meldung erfolgen, so daß die Kräfte noch an anderer Stelle eingesetzt werden konnten. Die Staffeln aus Berlin City und Fläming-Spreewald wurden im südwestlichen Bereich des Gebietes eingesetzt.
Aufgrund des angegebenen Alters und Vorerkrankung beschlossen die Gruppenführer eine Wegesuche vorzunehmen, da nicht damit zu rechnen war, daß die ältere Dame sich durch´s Unterholz schlägt.
Gegen 01:00 wurde vom Landesleiter Rettungshunde Brandenburg mitgeteilt, daß sich der Gesamteinsatzleiter ohne Information der übrigen Staffeln aus dem Einsatz entfernt und abgebrochen hat.

Die Suche wurde von uns um 04:30 als beendet der Polizei gemeldet, da sich Mensch und Hund an der Grenze der Belastbarkeit befanden und keine weiteren Staffeln nachalarmiert werden konnten.
Das Suchgebiet wurde von uns nicht freigegeben, da nicht alle kleinen Stichwege abgesucht werden konnten. Ich bot der Polizei an die Suche am nächsten morgen fortzusetzen. Diesbezüglich hätten wir uns dann an die AG-Ost gewendet, wo uns dann Staffeln des BRH Sachsen und DRK Sachsen unterstützt hätten.

Einsatzende und weiterer Verlauf

Der Einsatz wurde für alle Einsatzkräfte um 04:30 beendet und alle mit Dank nach Hause entlassen.
Die Polizei teilte am 29.10. mit, daß die Person in den Morgenstunden auf einer Parkbank aufgefunden wurde. Sie war mit Pferdemist und Stroh verschmutzt, so daß sehr schlecht zu sagen war, ab wann die Person sich dort befand und wo sie vorher genau war. Das Wichtigste ist aber, daß sie gefunden wurde und sich in einen gesundheitlich guten Zustand befand!

Abschlusswort:

Ich möchte mich nochmals bei allen beteiligten Staffeln und Organisationen für die Mithilfe in diesem Einsatz bedanken und hoffe auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Ich würde mir jedoch wünschen, daß wenn eine Staffel die Einsatzstelle verläßt, uns davon in Kenntnis setzt und nicht komplett "im Wald" stehen läßt!

Sven Pastow
Bereitschaftsleiter Rettungshunde DRK KV Berlin City

zur Einsatz-Übersicht