BRB-News by Meetingpoint Brandenburg
Rubrik: Stadtgeschehen
Heute Nachmittag ist eine Zwischendecke und anschließend das Dach der Kammgarnspinnerei in der Neuendorfer Straße in Brandenburg an der Havel eingestürzt. Anwohner hörten einen lauten Knall, verständigten Polizei und Bauaufsicht. Diese alarmierten um 15.10 Uhr die Berufsfeuerwehr nach - der komplette Löschzug rückte aus. Vor Ort zunächst eine unklare Lage: In dem der Straße zugewandten Haus lag ein riesiger Schuttberg: Beton, Stahl - in der Decke klafft ein 8 x 8 Meter großes Loch. "Niemand wusste, ob sich darunter noch Personen befanden", sagt Einsatzleiter Marco Köhler von der Polizei. Sofort werden THW und DRK nachgefordert. Letztere schickten aus Berlin eine Rettungshundestaffel. Die Spürnasen observierten den Berg - ihre Hundeführer mussten draußen bleiben, zu gefährlich. Als die Tiere nach Menschen schnuppern, fallen dicke Balken von der Decke.
Eigentümer Detlev Delfs ist zwischenzeitlich ebenfalls vor Ort eingetroffen. Er verteilt Kaffee an die Rettungskräfte und ist besorgt: "Im oberen Geschoss haben wir frische Fußspuren entdeckt." Seine Angst: Die Trümmer haben jemanden verschüttet. "Immer wieder haben wir hier mit Vandalen zu kämpfen, besonders ist letzter Zeit hat sich die Zahl der Diebstähle erhöht", berichtet Delfs.
Nachdem die Rettungshunde rund 30 Minuten jeden Winkel vom Schuttberg untersucht haben war klar: Hier liegen nur Trümmer, keine Menschen. "Da habe ich im Kopf drei Kreuze gemacht", gesteht Delfs sichtlich erleichert.
Die THW-Kräfte, nun nicht mehr benötigt, nutzten ihre Anwesenheit sogleich für eine theroretische Schulung. Gegen 19 Uhr rückten die Helfer nach und nach ab. Warum die Zwischendecke einstürzte und das massive Stahl-Estrichdach mit in den Abgrund riss ist unklar. Wahrscheinlichste Variante: Die von Schrottdieben herausgeschnittenen Stahlträger, auf diese deuteten die Spuren im Obergeschoss hin, haben die Statik des Hauses derart beeinflusst haben, dass es den immensen physikalischen Kräften nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
| Fotos: ag/cg1 |
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