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Rechtzeitig vor Ablauf der
Sommerzeit feierten die Senioren des Kreisverbandes Berlin
Schöneberg-Wilmersdorf ihr diesjähriges Herbst- und Tanzfest
in der "Schlange".
Um 14 Uhr ging's los.
Natürlich mit Kaffee und Kuchen. Für Stimmung musste
nicht gesorgt werden, denn sie schien von Anfang an die
wahre Gastgeberin gewesen zu sein.
Mit seiner dezenten Musik
hauchte Alleinunterhalter Dietmar Jung den herbstlichen
Stunden beschwingendes Frühlingsflair ein. Beste Voraussetzung
für Worte, die die Symbolträchtigkeit der dritten Jahreszeit
ganz unsentimental mit Gedanken über das eigene Leben
verbinden.
Diese geeigneten Worte fand
Veronika Appel:
"Herbst
Unbemerkt, still über Nacht
ist aus Sommer Herbst erwacht.
Frühe Nebel singen seinen Gruß:
'Suchet Stille, was noch werden muss!'
Letzte Blüten winken Sonnenstrahlen.
Blätter leuchten, eh’ sie fallen.
Leben sich vom Bild befreit,
sucht die Mitte seiner Ewigkeit.
Herbst bedeckt sein
schwermütig Wesen mit bunten Farben.
Dafür gibt er des Jahres letzte Kraft
und spendet in reicher Fülle der Ernte Gaben,
entwindet der Natur den letzten Saft.
Im Kampf der Natur um Leben und Tod
entscheidet er in letzter Stunde für einen tiefen Schlaf
ohne Zeit und Raum –
Wintertraum.
So bereitet er nach ewigem Gebot
neues Leben aus scheinbarem Tod.“
Ihr gelungener Vortrag
bewegte alle durch ausdrucksstarke Darstellungskunst. Ebenso
bewegend setzte Frau Radoy mit ihrer ausgewogenen Moderation
von Initiation und Vortrag den atmosphärischen Rahmen für
einen Nachmittag, der im Frohsinn des Augenblickes
Erinnerungen an das Schöne im Vergangenen lebendig werden
ließ. Für jeden von uns.
Ausdrücklich erwähnt werden
muss, dass Frau Fichte und Frau Radoy nicht nur moderierend
und organisatorisch sondern auch durch ihren intensiven
Arbeitseinsatz mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Mihaly
Dobriban diesen Nachmittag ermöglicht haben. So mussten zum
Beispiel umfangreiche Umräumarbeiten zwischen den Stockwerken
die Bedingungen für ein festliches Zusammensein zahlreicher
Gäste geschaffen werden. Zahlreich waren sie denn auch alle
gekommen. Nicht nur um passiv zu genießen, sondern auch nach
Melodien von damals bis heute ihr Tanzbein zu schwingen. So
wurde der Nachmittag ein Fest des Frohsinns, der in seinem
Abschluss dem Namen unserer Begegnungsstätte vollauf gerecht
wurde. Alle ließen sich unter den Melodien des Mannes am
Keyboard mitreißen und verbanden sich zu einer Schlange in der
"Schlange", die in ihrer Lebensfreude kein Ende nehmen wollte.
So fanden im Vorraum etliche
ihre Plätze zwischen Ab- und Aufräumarbeiten. Und die, die da
räumten, hatten ihre große Freude daran, dass ihr Einsatz so
vielen Menschen glückliche Stunden beschert hatte. Diejenigen,
die dann doch irgendwann gingen, ließen sich zu Sätzen
hinreißen wie: „Ich habe lange nicht mehr getanzt und gelacht,
aber heute konnte und durfte ich es. Ich werde beim nächsten
Mal wieder dabei sein!“ Dem war am Ende dieses Tages nichts
mehr hinzufügen.
Arnd Moritz |