Funkmast der Richtfunkanlage Frohnau gesprengt
DRK Ortsverein Wittenau e.V. sichert ab und versorgt THW und Polizei
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30 Jahre lang hat der rot-weiße Sendemast in
Frohnau heimkehrenden Berlinern angezeigt, dass die Reise bald ein Ende
haben wird. Nun nicht mehr! Aus Kostengründen hat sich der Betreiber
gegen den Erhalt der sog. Richtfunkanlage Frohnau entschieden, in
wenigen Sekunden sinkt dann am 8.2.2009 nach dem Sprengkommando der 358
Meter hohe Stahlmast in sich zusammen. 920 Tonnen schwer war Berlins
zweithöchstes und Deutschlands vierthöchstes Bauwerk, nun liegt es in
Trümmern im Wald.
Um das so problemlos zu erreichen, haben Sprengmeister und Techniker lange geplant. Zur Absicherung wurden knapp 300 Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei zusammen gezogen. In Anbetracht der winterlichen Temperaturen von nur wenig über dem Gefrierpunkt und einem schneidenden Wind wurde das DRK OV Wittenau e.V. damit beauftragt, für die Sicherungsposten Heißgetränke zu stellen. Weil die Posten aber entlang einer gedachten Linie im Dickicht des Waldes postiert waren, musste die Verteilung mit viel Phantasie ermöglicht werden: Auf sog. Feldtragen, also rollbaren Tragen die einst für den Militäreinsatz konzipiert wurden, wurden Thermo-Behälter mit heißem Wasser, Kaffee und Tee befestigt und dann im Gelände von je zwei Sanitätern zu den Posten gebracht. Neben den Getränken hatten die Einsatzteams auch Sanitätsmaterial dabei, um bei eventuellen medizinischen Problem sofort helfen zu können. Außer der Versorgung mit Heißgetränken und dem Sanitätsdienst im Gelände hat das DRK OV Wittenau e.V. dem THW auch einen Feldkochherd – besser bekannt als Gulaschkanone – und einen Rettungswagen nebst Besatzung zur Verfügung gestellt. Da alles ohne besondere Vorkommnisse abgelaufen ist, verlief auch der DRK-Einsatz ruhig. 250 Liter Tee, Kaffee und Cappuccino wurden an dankbare und kalte Helfershände ausgeschenkt, Wehmut hingegen machte sich schon kurz nach der Sprengung breit: „Er fehlt mir schon jetzt!“ und „Da is ne Lücke im Himmel!“ waren schon wenige Momente nach dem Knall von Schaulustigen zu hören. Die Richtfunkanlage Frohnau war eines der letzten sichtbaren Überbleibsel des Kalten Krieges und der Deutschen Teilung. Seit den Siebzigern wurden die Telefongespräche zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik über diesen Mast abgewickelt, da eine Kabelverbindung nicht möglich war. Auch eine kleine Abhöreinheit der Alliierten war auf dem zweithöchsten Punkt Berlins angebracht. Mit dem Mast fiel auch ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Bezirks Reinickendorf. Text und Fotos: Vincent Patrick Thies, DRK OV Wittenau e.V. / Pressemeldung |
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