
Trauern im geschützten Raum (Gedenken am 26.12.2005)
Für alle unvergessen aber doch schon etwas in den Hintergrund geraten ist die Seebebenkatastrophe vom 26.12.2004.
Seit Mai 2005 trifft sich nun in regelmäßigen Abständen eine Gruppe von Betroffenen die in gemeinsamen Gesprächen und Erfahrungsaustausch versuchen die schrecklichen Bilder und den schweren Verlust zu verarbeiten.
Die DRK-Krisenintervention und die Notfallseelsorge sowie eine Psychologin begleiten diese Treffen im Rahmen der Initiative von NOAH.
Die ersten Treffen waren geprägt von den Erzählungen der Betroffenen die zum größten Teil selber Angehörige in Thailand verloren haben und viele selber schwer verletzt worden sind.
Die Möglichkeit in einem „geschützten Raum“ sich alles von der Seele zu reden und zu weinen hat allen Teilnehmern gut getan.
In den letzten Monaten entstand dann immer mehr der Wunsch am Jahrestag den 26.12.2005 eine Gedenkfeier zu organisieren, sowie eine Stele zu errichten, auf der alle Namen der Berliner Opfer eingraviert sind. Diese Stele ist besonders für die Betroffenen wichtig, die ihre Angehörigen in Thailand beigesetzt haben, weil es dann einen Ort gibt an welchem getrauert und der Lieben gedacht werden kann.
![]() Gedenkgottesdienst mit anschließender Enthüllung des Gedenksteins am 26.12.2005 |
Einen schönen Platz auf einem kleinen Friedhof bekamen wir kostenlos zur Verfügung gestellt, ein Steinmetz ging mit sehr viel Einfühlungsvermögen an die Gestaltung des Steines und setzte alle Wünsche der Betroffenen um. Überraschender Weise hatten wir dann sehr große Schwierigkeiten an die Namen der Opfer aus Berlin zu kommen, da sich die betreffenden Behörden auf den Datenschutz beriefen und die Namen nicht freigaben. |
Wir schrieben Briefe an den Bürgermeister, den Bundespräsidenten und ans auswärtige Amt u.v.a., aber niemand konnte uns so richtig helfen. Die Betroffenen waren darüber sehr enttäuscht, da ihnen von den Behörden unbürokratische Hilfe versprochen worden war.
Schließlich wandten wir uns an die Presse und viele Zeitungen veröffentlichten unser Problem. Plötzlich war es dann doch möglich und nun haben alle Angehörigen hier in Berlin einen Brief erhalten und bekommen die Möglichkeit zu entscheiden, ob der Name ihrer Angehörigen auf dem Stein geschrieben sein soll oder nicht.
Wir sind alle sehr glücklich über diese Entscheidung und nun geht es ans organisieren der Feierlichkeiten.
Viel ist noch zu tun und wir freuen uns über jede Unterstützung die uns helfend unter die Arme greifen kann.
Die genauen Angaben zur Feierlichkeit geben wir Anfang Dezember bekannt.
Anne Dummer / DRK Krisenintervention
Für
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Anne Dummer, Tel. 0177 / 288 19 52
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Letzte Aktualisierung: 3.11.2005