"Netzwerk 09" - Eine Großübung des DRK-Suchdienstes-

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Die Mobilität von Menschen und Gütern hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Das Gleiche gilt für die Ausbreitung von Krankheiten, die der Bevölkerung schwerwiegende gesundheitliche Schäden zufügen können. Der Übung Netzwerk09 wurde eine fiktive Schadenslage zu Grunde gelegt, in der tausende Bürger der Region Berlin-Brandenburg in Krankenhäusern und Quarantänelagern medizinisch betreut werden mussten. Diese Maßnahmen hatten u.a. zur Folge, dass viele Menschen den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren hatten. An dieser Stelle begann der Übungseinsatz des DRK-Suchdienstes, seiner Kreisauskunftsbüros (KAB), nämlich den Verbleib von betroffenen Personen zu ermitteln und Möglichkeiten zur Wiederherstellung des Kontaktes zu schaffen.

Am Morgen des 16. Mai 2009 gingen insgesamt 110 Helferinnen und Helfer aus 11 Brandenburger und drei Berliner KAB sowie der mobilen Personenauskunftsstelle (mPASt) in den Übungseinsatz, um in ihren DRK-Kreisverbänden Personenauskunftsstellen einzurichten. Das Ziel der Übung bestand in der regionalen Vernetzung von 58 Computern der Kreisauskunftsbüros und der mPASt in der Region Berlin-Brandenburg. Kernstück dieser Vernetzung war eine internetgestützte Datenbank auf einem bundesweit erreichbaren Zentralserver.

Alle teilnehmenden KAB hatten die Aufgabe, ihre erfassten Daten, also Angaben von betroffenen Personen und deren Aufenthalt sowie Suchanträge der Angehörigen, auf dem Zentralserver abzulegen, so dass diese zum Abgleich sowie zur Auskunftserteilung durch berechtigte Strukturen zur Verfügung gestellt werden konnten. Das Lagezentrum für Brand- und Katastrophenschutz (LZBK) in Potsdam erhielt die Möglichkeit, mit Leserechten den Verlauf der Datenerfassung und des Datenabgleichs, sowie statistische Übersichten online zu verfolgen.

Die Übung sollte zudem Möglichkeiten aufzeigen, wie lokale Einsatzkompetenzen arbeitsteilig genutzt und diese regional gebündelt werden können. Netzwerk09 diente sowohl zum Testen der Hardware als auch der im Oktober 2008 eingeführten Version 2.0 der XENIOS-Software.

Nachdem die mPASt des DRK-Kreisverbandes Potsdam/Zauch-Belzig, jetzt übrigens in neuem Gewande und hochleistungsfähiger Ausstattung, ihre erste Übungsfahrt mit Sondersignal und Blaulicht absolviert hatte, lud sie lokal erfasste Daten zum Zentralserver hoch und demonstrierte die Erstellung eines Dateien-Backups sowie die Wiederherstellung von Ereignis-Datensätzen. Sieben Mimen stellten 70 telefonische Suchanträge, die im Hotline-Call-Center des KAB Belzig entgegengenommen und auf dem Zentralserver gespeichert wurden. Hinzu kamen 477 schriftliche Suchanfragen, die von den übrigen KABs erfasst wurden.

Das KAB Oranienburg war für den Datenabgleich und die Bearbeitung aller erfassten Suchanfragen zuständig und stellte online auf dem Zentralserver die Auskunftsfähigkeit/-bereitschaft her. Von 547 Suchanfragen konnten im Verlauf der Übung 336 Suchfälle gelöst werden. Insgesamt wurden von allen KAB und der mPASt 3.424 Datensätze eingegeben. Jeder kann sich vorstellen, dass für diesen großen Erfolg eine tüchtige Portion Fleiß, ein gutes Konzentrationsvermögen, eine hohe Motivation und natürlich das nötige Fachwissen unserer ehrenamtlich tätigen Helfer/innen unabdingbar waren. Wie bei jeder Übung, dafür wird ja auch geübt, gab es auch hier und da ein paar Unebenheiten, die zwar keine unmittelbar kritischen Auswirkungen auf den Übungserfolg hatten, dennoch zukünftig einer Glättung bedürfen. Nach einer gründlichen Auswertung der Datensätze werden die Landesauskunftsbüros Brandenburg und Berlin die Ergebnisse mit den KAB-Leitern auf der diesjährigen Jahrestagung besprechen und Erfahrungen austauschen.

Allen an der Übung Netzwerk09 beteiligten Kameradinnen und Kameraden, nicht zuletzt den fleißigen und zugleich unermüdlichen Anrufsimulierer/innen, die durch ihr Agieren zum realitätsnahen Gelingen der Übung beitrugen, sei herzlichst für ihr Engagement gedankt. Gedankt sei auch Herrn Wolter von der Ibidem GmbH, dem Vater des Xenios-Programms, der uns als EDV-Fachmann mit Rat und Tat zur Seite stand.

Uwe Liebich                                                               Yvonne Fischer
Leiter DRK-Suchdienst Brandenburg                      Leiterin DRK-Suchdienst Berlin

 

     
     

 

 


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Letzte Aktualisierung: 6.3.2007