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Am 28. Mai 2010 war es endlich soweit.
Das schon über die Bezirksgrenzen bekannte Wohnprojekt des Deutschen
Roten Kreuzes, die „Villa Albrecht“, in der Tempelhofer Albrechtstrasse
wurde feierlich und – offiziell - eröffnet. Die Fassade – in
freundlichen Gelb- und Rottönen gehalten – hat dem Haus schon den
Spitznamen Villa Kunterbunt beschert, ein Zeichen, dass die Berliner das
Haus schon ins Herz geschlossen haben. Abwechslungsreich und bunt
gestaltet sich auch das Leben vor Ort. Neben 28 barrierearmen Wohnungen
und zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, bietet das DRK auch
eine geriatrische Tagespflege mit 16 Plätzen. Ein Ehepaar, das zusammen
in einer der Wohngemeinschaften lebt, feiert übrigens in Kürze dort den
60. Hochzeitstag. Wenn Sie noch überlegen – es ist die Diamantene
Hochzeit.
Die Präsidentin des Berliner Roten
Kreuzes, Frau Dr. Sabine Bergmann-Pohl, erinnerte in ihren
Eröffnungsworten daran, dass die Mieter ganz individuell je nach
Hilfebedarf versorgt werden und die Freizeitangebote je nach Gusto
nutzen können. Ziel ist, die Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit so
lange wie möglich zu erhalten. Die Villa ist inzwischen schon so
beliebt, dass es eine Warteliste gibt.
Die
zahlreichen Gäste, darunter der stellvertretende Bürgermeister von
Tempelhof, Herr Hapel und die Bundestagsabgeordnete des Bezirks, Frau
Rawert, konnten sich an diesem Tag selber ein Bild machen und sich durch
das Haus führen oder es sich im schönen Gartengelände mit altem
Baumbestand gut gehen lassen.
Passend zur
Spargelsaison und zum ersten Tempelhofer Spargelfest wurde den Gästen
das edle Gemüse mit Kartoffeln, Sauce Hollondaise und Schnitzel
kredenzt, leider – noch – nicht aus eigenem Anbau. Im Garten der „Villa
Albrecht“ wurden vor ein paar Wochen Jungpflanzen in die Erde gesetzt,
die jedoch ihre Zeit brauchen, denn Spargel ist ein Gemüse, dass erst im
dritten Jahr geerntet werden kann. Dann geht es aber recht schnell, denn
„ausgewachsener“ Spargel kann unter optimalen Bedingungen bis zu 7 cm
pro Tag „sprießen.“
Für den
Trommelwirbel an diesem feierlichen Tag sorgte im wahrsten Sinn des
Wortes die Seniorengruppe „Trommelwirbel Friedenau“, aktiv gebliebene
Senioren, die bei Veranstaltungen auftreten und nach dem Motto
„rhythmisch und rüstig“ mit ihren verschiedenen Trommeln auch die Gäste
im Garten zum Mitklatschen brachten.
Es ist
bekannt, dass der Kontakt mit Tieren auf ältere Menschen belebend wirkt.
Wussten Sie, dass das Streicheln eines weichen Kaninchenfells den
menschlichen Körper ein Hormon bilden lässt, dass wohlige Gefühle
auslöst und gleichzeitig Stressgefühle vermindert? Die Villa Albrecht
beherbergt – bald auch im großen Freigehege – die Zwergkaninchen Liese
und Lotte, die zur Freude der Bewohner gegen ein paar Streicheleinheiten
nichts einzuwenden haben.
Sich um Tiere
zu kümmern, kann wieder eine sinnvolle Aufgabe für ältere Menschen
bieten, wie die Patenschaft der Mieterin Frau Noak für drei
südamerikanische Aymara-Sittiche beweist. 2 Reisfinken in der
Wohngemeinschaft und vier weitere in der großen Außenvoliere sind
weitere tierische Bewohner des Hauses.
Der 1988 in
Berlin gegründete Verein "Leben mit Tieren e.V." organisiert auf
gemeinnütziger Basis die Begegnung von Mensch und Tier in sozialen
Einrichtungen und hat zwei schon für den Besuchsdienst „ausgebildete“
und daher sehr zutrauliche Meerschweinchen als Dauerleihgabe im Haus.
Ein
Mitarbeiter des Vereins besucht einmal pro Woche mit seiner Spitzdame
Eva-Maria die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz. Diese warten
meist schon, und blühen von einem Augenblick zum nächsten auf, sie
bewegen sich viel besser und genießen es, mit Eva-Maria zu spielen.
Die
Tagespflege braucht auch nicht auf Hundegesellschaft zu verzichten, denn
die Mitarbeiterin Frau Meinekat bringt ihre putzigen Chihuahua Hunde
Daisy und Dolly mit, die sich gerne von den Tagesgästen ausführen
lassen.
Sie sehen, es
ist immer einiges los in der „Villa Albrecht“, aber auch, wer nur seine
Ruhe haben will, bekommt sie.
Dass Kinder
und alte Menschen sich oft gut ergänzen und inspirieren können, zeigt
die Verbindung zur benachbarten Kindertagesstätte „Regenbogen.“
In jedem Monat
besuchen die Kinder die Villa und singen ein Geburtstagsständchen für
die Mieter, die im vorherigen Monat Geburtstag hatten, ein sehr
anrührendes Erlebnis, bei dem doch die eine oder andere Träne fließt.
Künstlerische
Begabungen (wieder) zu erwecken gelingt dem freundlichen und
fürsorglichen Team der Villa ebenfalls: Eine ehemalige Musiklehrerin und
Mieterin in der Wohngemeinschaft entdeckte ihre Leidenschaft für das
Klavierspielen neu, ein von den Mitbewohnern selbstgemaltes Bild der
Villa wurde Frau Bergmann-Pohl überreicht, die es als Dauerleihgabe dem
Haus überlässt.
Die meisten
Gäste verließen das Fest mit einem Lächeln im Gesicht – vielleicht
überlegen sie, sich vorsorglich schon einmal auf die Warteliste setzen
zu lassen.
Für weitere
Informationen steht Ihnen gerne Frau Glasauer unter 750 089 – 389 zur
Verfügung! |