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Rettungs- und Bergungstaucher

Ein Rettungstaucher mit voller Ausrüstung.

Als Taucher gibt es unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten bei der Wasserwacht:

  • Tauchen im Rettungsdienst
  • Ausbilder Tauchen
  • Landesausbilder Tauchen
  • Helmtauchen
  • Nitrox-Tauchen
  • Rebreather-Tauchen
  • Schnelleinsatzgruppe (SEG) Tauchen

SEG Rettungs- und Bergungstauchen

Die SEG - Tauchen besteht seit 1988. Bei Großübungen der Berliner Feuerwehr mit den Hilfsorganisationen konnten die Mitglieder dieser SEG ihre Einsatzbereitschaft auch im Sanitätsdienst schon voll unter Beweis stellen. Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Hilfsorganisationen funktionierte bisher immer sehr gut!

Aufgabenbereich:

Neben den "normalen" Aufgaben des Sanitätsdienstes werden von den Tauchern und Leinenführern in der SEG spezielle Aufgaben des Tauchdienstes, d.h. im Schadensfall die Rettung, Bergung, technische Hilfeleistung oder der Umweltschutz im Wasser und unter Wasser durchgeführt.

Personelle Ausstattung:

Zur SEG - Tauchen gehören mindestens zwei Tauchtrupps. Ein Tauchtrupp besteht nach der für die DRK-Wasserwacht geltenden Unfallverhütungsvorschrift für Taucher "Sicherheitsregeln für das Tauchen in Hilfeleistungsunternehmen (GUV 10.7) aus mindestens

  • 1 Taucheinsatzleiter/Leinenführer
  • 1 Rettungstaucher
  • 1 Reservetaucher

Die zwei Tauchtrupps in der SEG - Tauchen sind folgendermaßen besetzt:

  • 1 Taucheinsatzleiter
  • 2 Rettungstaucher
  • 2 Reservetaucher
  • 2 Leinenführer

Ausbildung

Die Voraussetzungen für die Ausbildung und Anforderungen an einen Leinenführer, Rettungstaucher und Taucheinsatzleiter sind in der GUV 10.7 sowie den entsprechenden Vorschriften der DRK-Wasserwacht festgelegt.

Die Mindestanforderungen an Leinenführer sind:

  • Gesundheitliche Eignung
  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Theoretische und praktische Ausbildung, die durch eine Prüfung nachzuweisen ist
  • aktiver Wasserrettungsdienst

Die theoretische Ausbildung zum/zur Leinenführer/in umfaßt mindestens 20 Ausbildungseinheiten (eine Ausbildungseinheit entspricht gleich 45 Minuten).

Erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten des Leinenführers:
(gekürzte Fassung)

Theorie

  1. Gerätekunde
  2. Arbeitskunde
  3. Medizinische Kenntnisse
  4. Vorschriftenkunde

Praxis

  1. Ankleiden des Tauchers mit Beurteilung der Vollständigkeit der Ausrüstung
  2. Führen des Tauchers beim Aufenthalt unter Wasser
  3. Leinenzugzeichen

Jeder/jede Leinenführer/in muß mindestens jährlich einmal an einer Fortbildung teilnehmen.

Die Mindestanforderungen an Rettungstaucher sind:

  1. Aktiver Wasserrettungsdienst
  2. Vollendung des 18. Lebensjahres
  3. Erste Hilfe Lehrgang
  4. Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber
  5. Gesundheitliche Eignung
  6. Grundsatzuntersuchung G 31 "Überdruck"
  7. Theoretische und praktische Ausbildung, die durch eine Prüfung nachzuweisen ist

Die Ausbildung zum Rettungstaucher umfaßt mindestens 55 Ausbildungseinheiten und 50 praktische Tauchstunden (= 50 Ausbildungseinheiten).

Erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten eines Rettungstauchers:
(gekürzte Fassung)

  1. Tauchmedizin - Theorie und Praxis
  2. Theoretische Gerätekunde
  3. Sicherheitsbelehrung
  4. Taucherdienst - Theorie und Praxis
  5. Gewöhnungstauchen - Schwimmbecken, Freigewässer bis 10 m, Freigewässer bis 20 m

Jeder/jede Rettungstaucher/in muß innerhalb von jeweils 12 Monaten mindestens an einer Fortbildung teilgenommen haben und den Nachweis über mindestens 10 Tauchgänge unter Einsatzbedingungen mit einer Gesamttauchzeit von 300 Minuten durchführen und sich diese im Taucher-Logbuch bestätigen zu lassen.

Die Mindestanforderungen an einen Taucheinsatzleiter sind:

  1. ausgebildeter Rettungstaucher (mit mindestens zweijähriger praktischer Taucherfahrung) oder
  2. ausgebildeter Lehrtaucher

Zusätzliche Aus- und Fortbildungen

Die meisten Leinenführer, Rettungstaucher und Taucheinsatzleiter der SEG - Tauchen verfügen außerdem noch über folgende zusätzliche Ausbildungen:

  1. Herz-Lungen-Wiederbelebung
  2. Sanitäts-, Rettungshelfer-
  3. Rettungssanitäter- und bzw. oder Rettungsassistenten-Ausbildung
  4. Fernmeldetechnische Fortbildung
  5. Bootsführer-Ausbildung

Ausrüstung

Neben der persönlichen Schutzausrüstung eines "normalen" Helfers der DRK Wasserwacht gehört die personengebundene Tauchausrüstung zur Ausstattung eines Helfers der SEG - Tauchen. Die SEG - Tauchen ist mit vier Tauchausrüstungen ausgestattet. Eine komplette Tauchausrüstung besteht aus:

  • Taucherbrille oder Tauchervollmaske
  • Schnorchel
  • Schwimmflossen
  • Gewichtsgürtel
  • Tauchermesser
  • Taucheruhr
  • Tiefenmesser
  • 10 Liter Druckgasbehälter "Atemluft - 200 bar"
  • Lungenautomat
  • Taucher-Rettungskragen
  • Taucherschutzanzug mit Füßlingen und Handschuhen
  • Taucher-Sicherungsgurt
  • Signalleine in Tragebeutel

Zur weiteren Ausrüstung der SEG - Tauchen gehören diverse Werkzeuge der Holz-, Kunststoff-, Stein- und Metallbearbeitung sowie Hebe-, Sicherungs-, Beleuchtungs- und Bergungsmaterialien. Für besondere und langwierige Tauchertätigkeiten steht der SEG-Tauchen auch ein Helmtauchgerät vom Typ Dräger DM 220 zur Verfügung.

Fahrzeuge

Zur Zeit stehen der SEG - Tauchen zwei Gerätewagen Wasserrettung, mit einem Bootsanhänger und einem Motorboot bzw. wahlweise einem Schlauchboot zur Verfügung.

Alarmierung

Alle Helfer der SEG - Tauchen sind mit Funk-Fernmeldeempfängern oder privaten Handys ausgestattet. Die Alarmierung der Funk-Fernmeldeempfänger erfolgt an den Wochentagen über die Leitstelle des DRK Landesverbandes und an den Wochenenden entweder über die Leitstelle III der DRK Wasserwacht oder ggf des DRK Landesverbandes. Die Alarmierung über die privaten Handys erfolgt durch Rundruf.

Einsatzzeiten

30 bis 40 Minuten nach der Alarmierung rücken die Einsatzkräfte mit den Ausrüstungen und Fahrzeugen an den Wochentagen aus. Mit der zunehmenden Verkehrsdichte ist diese Ausrückezeit leider sehr schwer einzuhalten, so dass teilweise nur bestimmte Einsatzkräfte mit den Fahrzeugen ausrücken und die anderen direkt zum Einsatzort beordert werden müssen. Die Alarmierung an den Wochenenden verkürzt sich teilweise bis auf 1 Minute.

Einsätze

Bisher ist die SEG - Tauchen innerhalb des Berliner Stadtgebietes und zu Einsätzen im Land Brandenburg eingesetzt worden. Bei verschiedenen Übungen, auch als Unterstützung von Sanitätskräften bei Massenunfällen hat sich die SEG-Tauchen bewährt. Besondere Einsätze dabei waren:

  • Bergung eines PKW an der "kleinen Badewiese (Station Alt Gatow)"
  • die Bergung eines PKW in der Nähe von Oranienburg,
  • diverse Segel- und Motorbootsbergungen (Heben von gesunkenen Booten aus bis zu 8 m Tiefe)
  • Bergung von verlorenen Bootsmotoren und Druckgasbehältern
  • die Bergung von ertrunkenen Personen und Tieren
  • die Suche nach vermissten Personen in Gewässern
  • die Reinigung von Badestränden und Bootsanlegern im Rahmen des Natur- und Gewässerschutzes

Übungsdienst

Der Übungsdienst für die Rettungstaucher/innen, Leinenführer/innen und Taucheinsatzleiter findet ganzjährig, im Sommer wie im Winter statt. Die Besonderheit im Winter ist das Eistauchen, dass spezielle und zusätzliche Anforderungen an die Tauchtrupps stellt. Der Eisrettungsdienst gehört zu den speziellen Aufgaben der DRK Wasserwacht Berlin

 

Fotos: Berliner Rotes Kreuz e.V.