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23.08.2016

Alarmierungs- und Einsatzübung im Nordwesten Berlins

Von: DRK KV Reinickendorf-Wittenau e.V. - Ingo Fiedler Kreisbereitschaftsleiter

"Alarm Einsatzübung, positive und negative Rückmeldung erforderlich!“

Das war das Stichwort, mit dem am 12. August 2016 nachmittags die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bereitschaft des DRK Kreisverbandes Reinickendorf-Wittenau e.V. alarmiert wurden.

Um die Alarmierungskette zu überprüfen sollten sich alle Bereitschaftsmitglieder zurückmelden und den Status der Verfügbarkeit angeben. Als zweites hatte das THV (Technische Hilfswerk) OV Reinickendorf ein Szenario für eine Bergeübung vorbereitet.

Ausgerückt wurde mit den KatS (Katastrophenschutz) Einheiten des DRK KV Reinickendorf-Wittenau e.V.. Zwei Krankenwagen, ein Kommandowagen und zwei GW San (Gerätewagen Sanität)  rückten mit 16 Einsatzkräften aus, um sich auf dem Gelände des THW Reinickendorf mit den Bergezügen zu treffen und den Einsatzauftrag zu übernehmen.

Kurz darauf ging es dann zügig weiter in den Bereitstellungsraum zum Parkplatz vom Strandbad Tegel.

Dort in der Nähe war die Autofähre zur Schulinsel Scharfenberg gegen einen Poller gefahren, ein PKW fiel von der Fähre ins Wasser, der Bootsführer ging über Bord und zahlreiche Schüler stürzten und verletzten sich dabei.

Zum Einsatz kamen neben dem DRK und dem THW, ein Rettungsboot der DLRG (Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft) und die Taucher der Berliner Polizei.

Unser Einsatzauftrag lautete; übersetzen von Sanitätern mit Hilfe der Boote des THW und der DLRG Sichtung und Erstversorgung der Verletzten. Diese dann mit Hilfe des THW in ein Behandlungszelt auf der Landseite verbringen. Ein Transport in das Krankenhaus wurde mangels Personal nicht durchgeführt.

An Bord der Fähre wurden 16 Verletzte durch erste Sanitätstrupps gesichtet und versorgt. Das THW brachte Tragen und Decken an Bord, sicherte die Fähre und den PKW und leuchtete die Einsatzstelle aus. Die DLRG half bei der Verletztenversorgung und unterstützte den Materialtransport, während die Polizeitaucher die vermissten Personen suchten.

Als zweites musste ein Behandlungszelt in Ufernähe errichtet werden.
Die Umstände wurden immer widriger. Zu der beginnenden Dunkelheit kam ein leichter Nieselregen dazu. Der Fähranleger war mit THW Fahrzeugen zugeparkt, so dass der GW San fast 100m rückwärts bis zum gedachten Standort rangieren musste. Nachdem das Behandlungszelt betriebsbereit war, konnten alle Verletzten von der Fähre durch das THW dorthin gebracht werden. Zwei Stunden brauchten alle gemeinsam, um die 19 betroffenen Personen zu retten. Auf die einzelnen Sichtungskategorien verteilt, hatten wir mit fünf Leichtverletzten, zwölf Schwerverletzten (davon sechs mit Transportpriorität) und zwei tote Personen zu tun.

Ein kurzes Fazit konnte schon kurz nach der Übung gezogen werden. Nicht alle Rufnummern in der Alarmierungskette entsprachen dem aktuellen Stand. Etwa 1/3 aller alarmierten Helfer waren durch Urlaub, Krankheit oder Arbeit verhindert. Aber in einem Ernstfall hätten wir auf zusätzliche zehn Helfer bauen können.

Vor Ort fehlte eine gemeinsame Einsatzleitung und auch im Bereich der Erstausstattung der Sanitätstrupps muss für solche Einsätze nachgebessert werden.

Abschließend möchten wir uns beim THW OV Reinickendorf bedanken, dass die Organisation der Übung übernommen hat.