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Wenn jede Sekunde zählt: Erfolgreiche Abschlussübung für Leitende Notärztinnen und Notärzte

Auf dem Gelände des DRK-Kreisverbands Wedding/Prenzlauer Berg haben am Samstag 48 Ärztinnen und Ärzte ihre Abschlussprüfung zur Leitenden Notärztin bzw. zum Leitenden Notarzt (LNA) absolviert. Die Prüfung bildet den Abschluss einer einwöchigen intensiven Ausbildung, die im Auftrag von NAW Berlin durchgeführt wird. Die Teilnehmenden reisten dafür aus ganz Deutschland an.

Die umfangreiche Übung wurde dabei nahezu vollständig von ehrenamtlichen Einsatzkräften des DRK getragen und umgesetzt.

Im Zentrum der Übung stand ein realistisches Szenario: der Absturz eines Flugzeugs in einen Supermarkt. In dieser simulierten Lage mussten die angehenden Leitenden Notärztinnen und Notärzte einen Massenanfall von Verletzten bewältigen. Ihre Aufgabe war es, die Lage schnell zu erfassen, die medizinische Versorgung zu strukturieren und die eingesetzten Kräfte zu koordinieren.

Ein besonderer Fokus lag auf der sogenannten Triage – der Sichtung und Priorisierung der Verletzten nach Dringlichkeit der Behandlung. Gerade in unübersichtlichen Schadenslagen ist diese Entscheidung von zentraler Bedeutung. Das Szenario wurde viermal durchgeführt. Pro Durchlauf wurden jeweils 12 Ärztinnen und Ärzte rund 90 Minuten lang geprüft.

Weitere Stationen: Führung, CBRN und Kommunikation

Ergänzt wurde die Prüfung durch weitere Stationen: In einer Führungssimulation übernahmen die Teilnehmenden die Einsatz- bzw. Einsatzabschnittsleitung in einer angenommenen Großschadenslage. Eine weitere Station widmete sich dem Umgang mit besonderen Gefahrenlagen im CBRN-Bereich (chemische, biologische, radiologische und nukleare Stoffe). In einer Kommunikationsübung trainierten die Teilnehmenden, per Funk möglichst präzise Anweisungen zu geben, unter anderem anhand des Zusammenbaus einer Legofigur.

Ehrenamt trägt die Übung

Rund 60 bis 70 Einsatzkräfte unterstützten die Übung. Sie alle engagieren sich ehrenamtlich im DRK und kommen aus den beteiligten Kreisverbänden Wedding/Prenzlauer Berg, Müggelspree, Steglitz-Zehlendorf, Spandau, Schöneberg/Wilmersdorf sowie Königs Wusterhausen.

Auch verschiedene Gemeinschaften und Fachdienste waren eingebunden, darunter der CBRN-Dienst, die Wasserwacht, das Jugendrotkreuz sowie die Zentralbereitschaft Fernmeldedienst. Das Jugendrotkreuz stellte unter anderem die Verletzten dar und sorgte mit realistisch geschminkten Wunden für authentische Übungsbedingungen.

Neben der Organisation und Durchführung stellten die Kräfte auch die Verpflegung sicher.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Die ein- bis zweimal jährlich stattfindende LNA-Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf Großschadenslagen. Ziel ist es, im Ernstfall schnell, strukturiert und koordiniert handeln zu können.

Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Einsatzkräften, die durch ihr Engagement diese Übung und eine realitätsnahe Ausbildung überhaupt erst möglich machen.